Während einzelne Spieler schon am Samstag nach Manchester gereist waren, sind die meisten erst am Sonntag geflogen. Nach einem etwas holprigen Flug und einer kurzen Taxifahrt wurde der Fallowfield Campus erreicht, wonach die Spieler in Einzelzimmer im Tower einquartiert wurden. Im Gegensatz zu einem anderen berühmten Tower in England, bietet der Owen Tower recht komfortable Zimmer mit einer schönen Aussicht (ohne Gitterstäbe) und ist die offizielle Herberge der Nationalmannschaften während dem Turnier. Die Schweizer Mannschaft hält die Stockwerke 14 und 15 besetzt. Vom Turm aus braucht man kaum zwei Minuten zu Fuss um zur nächsten Kantine zu gelangen und nur einige wenige Minuten mehr um zu den Spiel- und Trainingsfeldern zu gelangen.

Am Sonntagnachmittag stand denn auch das erste Training auf Platz 1 an. Dabei wurde neben den grundlegenden Stockfertigkeiten ein besonderes Augenmerk auf das Transitionspiel gelegt, d.h. dem Wechsel von der Verteidigung in den Angriff, bzw. das Überbrücken des Mittelfeldes. Danach wurde das Überzahlspiel eingeübt, um das Training schliesslich mit den einstudierten Spielzügen abzuschliessen. Die Aktivitäten der Mannschaft wurden vom Team Liason Officer der Schweizer Mannschaft, Dick Anderton, überwacht. Dieser stellt das Verbindungsglied zwischen der Nationalmannschaft und der Turnierorganisation dar und ist selber Vater eines Spielers der Englischen Nationalmannschaft.
Der Sonntagabend stand natürlich ganz im Zeichen des Fussballs, denn das WM Finale zwischen Holland und Spanien stand auf dem Programm. Um sich diese andere Ballsportart zu Gemüte zu führen, fanden sich die Spieler im Queen of Hearts ein, einem Pub wenige hundert Meter vom Campus entfernt.
Montag, 12. Juli
Die erste Trainingseinheit am Montag begann um 8.15 und diente in erster Linien zum Aufwärmen und als Vorbereitung für das um 9.00 angesetzte Freundschaftsspiel zwischen der Schweizer Mannschaft und der Polnischen Nationalmannschaft. Im darauf folgenden Spiel starteten die Schweizer noch etwas gehemmt, insbesondere, da sie Mühe bekundeten die starken polnischen Offensivspieler mit "Nordamerikanischer Spielerfahrung" in Schach zu halten. In den zwei letzten Quarters gelang der Schweizer Mannschaft aber eine merkliche Steigerung der Leistung, was schliesslich zu einer äusserts knappen Niederlage führte. Trotz dieser Niederlage hat die Mannschaft auch viel gewonnen und kann weiter auf der gezeigten Leistung aufbauen.
Nach dem Mittagessen fanden sich die Spieler in eines der Gemeinschaftsräume ein um Theorie zu büffeln. Die Probleme im Spiel gegen Polen wurden analysiert und Spielzüge nochmals durchgegangen, wobei auch einzelne neue Plays eingeführt wurden. Um diese taktischen Mittel zu festigen, fand eine weitere, leichte Trainingssession während zweier Stunden in einem nahe gelegenen Park statt.
Nach dem gemeinsamen Nachtessen konnten die Spieler frei verfügen. Während sich einzelne dazu entschlossen die Stadt Manchester unsicher zu machen, hat sich ein grosser Teil der Spieler im Stadion eingefunden um das Freundschaftsspiel zwischen Schottland und Australien, eines der Teams aus der blauen Division, zu begutachten. Australien trat erwartungsgemäss dominant auf und die anwesenden Schweizer konnten bald erkennen weshalb Lacrosse teilweise als schnellste Sportart auf zwei Beinen bezeichnet wird.
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