Mittwoch, 21. Juli 2010

Schweizer Lacrosse im Rampenlicht

Heute stand das Spiel gegen Italien auf dem Stadium Pitch auf dem Programm. Dieser Gegner war den Scouting-Berichten zu Folge ein schlagbarer, da eigentlich nur die amerikanischen Spieler wirklich für Gefahr sorgen konnten. Das Spiel war um 10.30 angesetzt und die Anzahl der Zuschauer entsprach der relativ frühen morgentlichen Stunde.

Die Schweizer waren allerdings bereit und spielten mit Zuversicht. Im ersten Quarter sahen die Italiener den Ball kaum in ihren Sticks und schon nach relativ kurzer Zeit führten die Schweizer mit zwei Toren. Kurz vor der Pause jedoch gelang es den Italiener den Anschlusstreffer zu erzielen. Im zweiten Quarter konnten die Schweizer die vorgelegte Pace noch halten und konnten entsprechend mit einem Vorsprung in die Halbzeitpause gehen. Solange in der Schweizer Defensive sauber gearbeitet wurde, war es nur den herausragenden amerikanischen Spielern möglich mit Schüssen von Aussen Tore zu erzielen.

Im dritten Quarter gelang den Schweizer kein einziges Tor. Hinzu kam, dass sie häufig in Unterzahl spielen mussten, da dumme Strafen kassiert wurden. Im letzten Quarter wurde das Spiel nochmals richtig eng und die Schweizer gaben schliesslich ihre Führung auf. 5 Minuten vor Schluss gelang den Italienern noch der Führungstreffer. Von da an machten die Schweizer enorm viel Druck auf das Italienische Tor und kamen wiederholt zu Chancen, welche aber leider nie zu einem Tor führten. 2 Minuten vor Schluss gab es sogar einen Pfostenschuss der Schweizer. Schliesslich wurde das Spiel abgepfiffen und die Schweiz verlor trotz guter Leistung 6:7 gegen sein südliches Nachbarland Italien. Die Tore für die Schweiz schossen Luke Bame (1), Tobias Burger (2) und Ian Schoch (2) (ein Tor wird noch nachgeliefert...).

Auf Grund einer relative komischen Konstellation wird die Schweiz morgen früh (9.30) wieder gegen Hong Kong spielen. Wenn morgen die selbe Leistung wie gegen Italien abgerufen werden kann, sollte dieser Gegner durchaus zu schlagen sein. In der Zwischenzeit können sich die Spieler über die lustigen Bemerkungen des Kommentators erfreuen, welcher alle Spiele auf dem Stadium Pitch begleitet. Insbesondere die Schweizer Namen bereiten dem angelsächsischen Ansager einige Mühe, weshalb er teilweise gezwungen ist diese auf ein sehr kreative Weise zu interpretieren.

Dienstag, 20. Juli 2010

Sieg gegen Hong Kong in der Zwischenrunde

Als Folge der gestrigen Niederlage traff die Schweiz heute auf Hong Kong, einem anderen Verlierer. Das Spiel war um 12.30 auf einem der Rasenfelder angesetzt, was es den Spielern erlaubte ein wenig auszuschlafen. Im Scouting-Bericht wurde vor allem vor den Spielern 20 und 10 gewarnt, denn vom ganzen Rest der Mannschaft ginge keine allzu grosse Gefahr aus.

Die Nationalhyme wurde vor dem Anpfiff mit Inbrunst gesungen, teilweise sogar einstimmig. Das übertrug sich den auch ins Spiel, denn heute waren die Schweizer Lacrosser von Anfang an bereit und traten geschlossen als Einheit auf. Schon nach fünf Minuten konnten sich drei verschiedene Schweizer in die Scorerliste eintragen lassen. Danach liessen die Schweizer etwas nach und kassierten Strafen und in der Folge auch Tore. Dieses kleine Zwischentief konnte aber mit weiteren drei Toren überwunden werden und zur Halbzeit betrug das Resultat 7:4 für die Schweiz.

Im dritten Quarter kamen kaum Schüsse auf das Schweizer Tor. Den Spielern aus der Schweiz gelangen hingegen einige Tore, sodass es am Ende des Quarters 11:4 stand. Im letzten Quarter haben sich die Spieler mit der Kreuz auf der Brust wieder ein wenig gehen lassen, was zu einem finalen Ergebnis von 11:7 führte. 5 der 7 Gegentreffer stammten vom Harvard Spieler mit der Nummer 20 und dem Sheffield Spieler mit der Nummer 10. Bei den Schweizer konnten die folgenden Spieler punkten: Tobias Burger (1), Dominik Kaiser (1), Rafael Buchli (2), Emanuel Moser (2), Ian Schoch (2) und Luke Bame (3).

Das Leben schreibt manchmal die aussergewöhnlichsten Geschichten und davon sind auch Lacrossespieler nicht gefeit. Ein Beispiel dafür ist der kanadische Torhüter Chris Sanderson, welcher vor bald zwei Jahren die Diagnose eines tödlichen Gehirntumors erhielt. Die Ärtzte gaben dem Athleten und zweifachen Vater noch 9-12 Monate. Glücklicherweise kann er sich zu den 1% der Menschen mit dieser Krankheit zählen, welche länger als ein Jahr überleben. Die Weltmeisterschaften gaben ihm Kraft und ein Ziel worauf er hin arbeiten konnte. Zur Zeit spielt er als erster Torhüter für Kanada und war ein starker Rückhalt im bisher engsten Spiel gegen die Amerikaner. Wir wünschen ihm weiterhin alles Gute.


Nicht so viel Glück hatte Nicholas Calleluori. Dieser Lacrossespieler spielte für die Hoftra Universität und wurde mit 20 Jahren mit der Diagnose Leukämie konfrontiert. Nach 14 Monaten Kampf, während denen alle möglichen Therapiemethoden genutzt wurden, verstarb Nicholas. Noch vor seinem Tod war er aber in der Lage die HEADstrong foundation zu gründen. Diese Stiftung sammelt Geld um die Leukämieforschung zu unterstützen, sowie auch Leidende zu begleiten. An den Weltmeisterschaften wurde allen Spieler ein paar Schuhbändel mit dem Namen der Stiftung ausgeteilt, damit alle während den Spielen ein Zeichen gegen den Krebs setzen konnten.

Morgen spielt die Schweizer Lacrosse Nationalmannschaft auf dem Stadium Pitch gegen Italien. Es wird sich zeigen, ob es den Schweizern gelingt die Attack (Spieler aus Hobart und Virginia) in den Griff zu bekommen und den starken Torhüter (Virginia) genügend häufig zu überwinden.

Montag, 19. Juli 2010

Erster Tiefschlag in der Zwischenrunde

Nachdem sich die Schweizer Lacrosse Nationalmannschaft gestern noch für das mittlere Bracket der Zwischentrunde qualifiziert hatte, musste sie heute gegen Neuseeland antreten. Das Spiel wurde erst um die Mittagszeit angepfiffen, weshalb die Schweizer die mittlerweile gewohnte Vorbereitung (Frühstück, Scouting-Bericht, Mittagessen, Matchvorbereitung) durchlaufen konnten. Vor dem Anpfiff wurde das traditionelle Maori Haka präsentiert.

Die erste Halbzeit des Spiels verlief nicht gerade zu Gunsten der Schweizer. Der Crease-Spieler der Neuseeländer stand viel zu häufig offen und konnte häufig von dieser Nachlässigkeit profitieren. In der Offensive gelang den Schweizern wenig bis gar nichts. Einziger Lichtblick waren die Clears, welche in den letzten Tagen häufig besprochen und besonders heute ausgezeichnet funktionierten. Das Pausenresultat betrug 2:7

Im dritten Drittel hatten die Schweizer Spieler ihr Defensivkonzept gut an das Spiel der Neuseeländer angepasst. Als Folge konnten die Gegner in dieser Zeit kein einziges Tor schiessen. Den Schweizern gelang aber leider auch kein Tor trotz mehrerer Überzahlsituationen. Erst im letzten Quarter konnten die Schweizer noch ein Tor schiessen, was aber die weiteren vier Tore der Neuseeländer auf keinster Weise zu kompensieren vermochte. Zum Schluss betrug das Resultat 3:11 für die Neuseeländer. Die Tore für die Schweiz schossen Emanuel Moser (1), Dominik Kaiser (1) und Daniel Hagnauer (1).

Auf Grund dieser Niederlage wird die Schweizer Nationalmannschaft morgen auf die Mannschaft aus Hong Kong treffen, welche ebenfalls ihr erstes Zwischenrundenspiel verloren hat. Um nicht in das untere Bracket abzurutschen muss morgen ein Sieg her.

Sonntag, 18. Juli 2010

Zweite Niederlage

Heute haben sich die Schweizer gegen die starken Iren gemessen. Da das Spiel erst am Nachmittag angesetzt war, konnten die Spieler auch erst um 8.30 frühstücken. Danach stand eine leichte Trainingssession auf dem Programm. Nach dem Mittagessen hatten die Schweizer Vertreter noch ziemlich viel Zeit um sich individuell auf das Spiel vorzubereiten. Um 14.30 war Anpfiff und schon nach kurzer Zeit wurde den Schweizern klar, weshalb die Iren angefragt wurden gegen England als Iroquois-Ersatz das Eröffnungsspiel zu spielen. Ihrer Offensive gelang es den Ball schnell und akkurat laufen zu lassen, und im richtigen Moment die Schwachstellen der Schweizer Abwehr auszunutzen. Hinzu kam die irische Dominanz bei den Face-Offs, und das anfänglich Unvermögen der Schweizer ihren Clear sauber durchzuführen. Den Schweizern gelang es zwar noch während einer Überzahlsituation ein Tor zu schiessen, aber die erste Halbzeit ging mit 1:11 klar an die Iren.

In der zweiten Halbzeit konnten sich die Jungs aus der Schweiz ein wenig fangen. Sie spielten mit mehr Leidenschaft, zeigten mehr Laufbereitschaft und mehr Kampfgeist. Vor dem Tor wurde immer häufiger konsequent verteidigt und im Angriff führte das übereifrige Pressing der Iren zwei Mal zu einer Torchance, welche erfolgreich genutzt wurden. Als Folge was das Resultat der zweiten Hälfte 2:5 für die Iren, was summiert ein Endergebnis von 3:16 für die Iren ergibt. Die Tore für die Schweiz schossen Michael Plüss (1), Rafael Buchli (1) und Ian Schoch (1). Obwohl die Schweizer in der ersten Halbzeit nicht ihr bestes Lacrosse zeigten und sich sogar teilweise ungewohnte Fehler leisteten, können sie doch zufrieden sein mit der Leistungssteigerung der zweiten Halbzeit.


Ich habe gestern vergessen zu erwähnen, dass das Lacrosse Festival (17.-22.7.2010) seinen Anfang genommen hat. Darin nehmen Klub- oder Spassmannschaften aus der ganzen Welt, vornehmlich aber aus den USA, Kanada und Grossbritannien, teil. Das diesjährige Turnier ist also nicht nur das grösste Lacrosse-Event aller Zeiten wegen der noch nie dagewesenen Anzahl an Nationalmannschaften, sondern auch weil daneben noch Schülerturniere, Junioren-, Männer- und Frauenturniere stattfinden. Das ist nicht nur ein Gimik um die Ränge im Stadion zu füllen. Es demonstriert die Gemeinschaft, welche Lacrossespieler auf der ganzen Welt bilden und das dieses Turnier allen gehört. Daher das offizielle Motto des Turniers: Be a part of it.

Aufgrund der bisher gezeigten Leistungen in der Gruppenphase hat es die Schweizer Nationalmannschaft als eine der besseren Gruppen-Drittplatzierten in das mittlere Bracket der Zwischenphase geschafft, wo sie morgen um 11.30 auf das Team aus Neuseeland treffen wird. Diejenigen welche sich gewünscht haben einmal live ein Hakamitzuerleben haben wohl Glück gehabt!