Dienstag, 27. Juli 2010

Finaltag

Am letzten Tag des Turniers standen noch drei Begegnungen auf dem Program: England vs. Deutschland (um den 5. Platz), Australien vs. Japan (um den 3. Platz) und die altbekannte Finalpaarung USA vs. Canada.

Das Spiel England vs. Deutschland war die Paarung des Eröffnungsspiels, welches von den Engländern 12:3 gewonnen werden konnte. Die Deutschen hatten sich im Verlaufe des Turniers, trotz teilweise hoher Niederlagen (nur ein Sieg gegen die Niederlande (14:1)), offensichtlich gesteigert und lieferten einen guten Kampf. Das Endergebnis betrugt 14:9 für die Engländer.

Die zweite Begegnung des Tages versprach zwar viel, es stellte sich aber heraus, dass Australien vs. Japan kein Ersatz für Australien vs. Iroquois Nationals war. Die technisch zwar starken, aber körperlich ganz offensichtlich unterlegenen Japaner vermochten das Spiel zu keinem Zeitpunkt eng zu gestalten. Nach einer knappen halben Stunde stand es 6:0 und kurz vor der Halbzeit sogar 9:1. Die Japaner vermochten sich zu steigern, vielleicht gingen es die Australier aber auch nicht mehr voll an, denn von der 60. Minute an konnten die Spieler aus dem Land der aufgehenden Sonne schon fast dominieren. Dies reichte jedoch höchstens für eine Ergebnisverschönerung. Am Ende gewannen die Australier verdient 16:9 und sicherten sich damit die Bronzemedallie.

Das Finale zwischen Kanada und den USA versprach ein Kracher zu werden. Schon in der Gruppenphase hatte diese Paarung das Stadion gefüllt. Das Gruppenspiel hatten die Titelverteidiger aus Kanada noch knapp für sich entscheiden können (10:9). Die Erfahrung zeigt aber, dass diese Mannschaften sich häufig zu ebenbürtig sind und eine Prognose unmöglich ist.


Das Spiel verlief wie erwartet auf extrem hohen Niveau. Der amerikanische Torhüter zeigte einige aussergewöhnliche Saves, welche in Kombination mit den Toren von Superstar Paul Rabil für eine Führung in der ersten Halbzeit reichten (5:8). Das dritte Quarter gehörte aber den Kanadiern um John Grant Junior, Chris Sanderson und Kevin Huntley, welchem sogar der Ausgleich zum Quarterende (8:8) gelang.

Es war also wieder alles offen für das letzte Quarter. In diesem Quarter kam aber auch die Stunde des bisher eher enttäuschenden Ned Crotty, welcher nicht nur die Zwischenzeitliche Führung der Kanadier wettmachte, sondern wenige Minuten später die Amerikaner wieder in Front brachte (10:11). Diese Führung sollten die Amerikaner nicht mehr hergeben und als die Kanadier am Ende noch ihren Torhüter herausnahmen, um mehr Druck auf die ballführenden Amerikaner ausüben zu können, konnte Mike Leveille zum entscheidenden 10:12 einlochen.


Alles in Allem war das Finale so spannend wie erhofft. Einzig das nicht ganz gefüllte Stadion trübte den Finaltag ein wenig. Nach dem Finale wurden noch einige Awards verteilt, und das All-World Team bekannt gegeben. Bemerkenswert ist hier vorallem, dass Chris Sanderson, der kanadische Torhüter zum dritten Mal in Folge zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde. Der MVP-Award ging an den Amerikaner Paul Rabil. Den Spirit of Lacrosse Award für die Schweiz gewann Ian Schoch. Diese Auszeichnung würdigt das aussergewöhnliche Engagement Einzelner für Lacrosse in ihrem jeweiligen Land.


Nach dem Finale fand ein weiteres Lacrosse-spezifisches Zeremoniel seinen Höhepunkt. Obwohl schon in den Tagen zuvor Material getauscht wurde, wollten nun alle ihre Nationalmannschaftskleidung gegen möglichst coole Ware aus anderen Ländern tauschen. Das führte dazu, das zuerst auf dem Turniergelände und später vor den Wohnungen der Amerikaner und Kanadier wahre Tauschbörsen entstanden. Schon während dem Turnier fallen gewisse Kleidungsstücke schnell auf und erhalten einen hohen Tauschwert. Ein solches Stück war die Schweizer Trainerjacke, dessen Angebot zusätzlich dadurch verknappt wurde, dass nur wenige Schweizer bereit waren sie überhaupt herzugeben. Diejenigen die es taten konnten sich sicher sein ebenfalls an rare und begehrte Stücke zu gelangen.

Am Abend fand noch eine informelle Party im Squirrels auf dem Gelände der Universität statt, welche aber für die meisten nur zum Aufwärmen genutzt wurde. Das wahre Fest fand im Tiger Tiger statt. Die Feierlichkeiten dauerten für den Einzelnen unterschiedlich lange, denn einige mussten schon am Morgen früh abreisen. Andere konnten bis zur Schliessung des Klubs durchfeiern.

Brillianter Shutout

Das letzte Spiel der Schweizer war geprägt von vielen Strafen und von der unglaublichen Leistung des Schweizer Torhüters Jonas Bertsch. Diesem gelangen 15 Saves, was 100% der Schüsse auf sein Tor entspricht. Mit einem solchen Rückhalt konnten es sich die Schweizer erlauben in der ersten Halbzeit nur ein Tor, und in der zweiten nur zwei zu schiessen. Dabei verzeichneten die Turnierstatistiker nur 4 Schweizer Schüsse, welche auch aufs Tor gingen. Das heisst ein Schuss pro Quarter, oder aber eine Auswertung von 75%. Erwähnenswert ist wohl das im ganzen Turnier einzige von den Schiedsrichtern aberkannte Tor. Dazu später mehr.


In der ersten Halbzeit gibt es wenig Erwähnenswertes. Ausser, dass die Schweizer schon nach 3 Minuten in Unterzahl spielen mussten und gegen Ende des ersten Quarters zwei Mal eine doppelte Überzahl der Norweger zu überstehen wussten. Die hohe Anzahl an Strafminuten ist nicht zwingend als Zeichen eines umkämpften und harten Spiels zu lesen. Das Spiel war nicht härter als die anderen Begegnungen. Entsprechend kommt nur die Arbeitsweise der Schiedsrichter als Begründung in Frage. Tatsächlich scheinen die Unparteiischen das Spiel wie ein Juniorenspiel gepfiffen zu haben. Möglicherweise hatten sie sich abgesprochen und wollten in dieser späten Phase des Turniers jegliche unnötigen Unfälle vermeiden. Ach ja, Luke Bame gelang es doch noch ein Tor knapp vor dem Ende der ersten Halbzeit zu schiessen.

Die zweite Halbzeit schien anfangs noch anders zu verlaufen, als Ian Schoch schon kurz nach Wiederanpfiff das zweite Tor der Schweizer markieren konnte. Leider blieb die Begegnung genau so harzig wie in der ersten Halbzeit und es wurden weiterhin fleissig Strafminuten gesammelt. Eine Strafe es besonders erwähnenswert, weil sie durch ein Tor ausgelöst wurde. Patrick Schär gelang nach 65 Minuten im letzten Spiel sein erstes Tor, wonach der Norwegische Coach einen Stick Check verlangte. Obwohl die Materialüberprüfung von der Schweizer Bank aus nicht sehr professionell wirkte, waren sich die Schiedsrichter nach einigem Gefuchtel und Gewende sicher, dass der Stock des Torschützen nicht regelkonform sein konnte. Es resultierten eine Ergebniskorrektur (Tor aberkannt) und eine lange persönliche Strafe (3 Minuten). Zum Schluss bemühten sich die Schweizer den Ball einfach noch zu halten und ein allfälliges Gegentor zu verhindern, was einzelne Norweger offenbar derart frustrierte, dass einer sogar nach Spielschluss (80. Minute) eine Strafe für unnötige Härte kassierte.

Nach dem Spiel wussten die Schweizer den Sieg und sich selber ausgiebig zu feiern. Dominik Kaiser wurde noch von Inside Lacrosse interviewt. Am Abend trafen sich die Mannschaft und Fans zu einem Essen im Old Orleans in Zentrum von Manchester, welches dank der finanziellen Übersicht von Niklas Kukat zur Gänze aus der Mannschaftskasse bezahlt werden konnte. Danach wurde der Klub Pure besucht, wobei bei den Sicherheitskontrollen beim Eingang nur der Körperscanner fehlte um die Ausrüstung einer Flughafensicherheitskontrolle zu kompletieren. Im Wissen, dass am nächsten Tag nur noch die letzten Positionierungsspiele (insbesondere aber grosses und kleines Finale) anstanden, feierten die Schweizer bis zum Morgengrauen.




Verkehrte Welt

In der zweiten Begegnung zwischen der Schweiz und Hong Kong an den Weltmeisterschaften in Manchester erlebten die Swiss Boys wohl ihr schwächstes Spiel. Viel Neuerlentes, aber auch Altbekanntes ging während dem Spiel einfach vergessen. Eine gewisse Rolle wird auch die noch nicht ganz verdaute knappe Niederlage gegen Italien gespielt haben.

Im ersten Spiel war der Schweiz noch eine frühe Führung gelungen. In diesem Spiel ereignete sich genau das umgekehrte. Nach 10 Minuten stand es 3:0 für Hong Kong. Obwohl die Schweizer nach einer Man Up Situation erstmals ein Tor notieren konnten, bremste dieses den Fall der Schweizer nicht. Bis zur Halbzeit folgten 7 weitere, unbeantwortete Tore der Hong Kong Chinesen.

Es folgte die Halbzeit in der sich die Schweizer noch ein wenig zusammenraufen konnten. Das Ergebnis war die stärkste Phase im Schweizer Spiel, denn es resultierten 5 unbeantwortete Schweizer Tore. Zu diesem Zeitpunkt stand es also 10:6 für Hong Kong. Das Schweizer Team vermochte aber das Tempo des Zwischenspurts nicht zu halten und verloren schliesslich noch das letzte Viertel knapp, was zum unerfreulichen und unnötig hohen Endergebnis von 15:8 führte. Die Tore für die Schweiz schossen: Michael Plüss (1), Ian Schoch (1), Lucas Bame (2), Dominik Kaiser (2) und Emanuel Moser (2).

Nach diesem neuerlichen Tiefschlag trafen die Coaches die weise Entscheidung der Mannschaft für den Rest des Tages frei zu geben. Die Spieler nutzen die Zeit um das Erlebte zu verdauen, um sich dann nach dem gemeinsamen Nachtessen in einer von den Mannschaftskapitänen anberaumten Sitzung auszusprechen. Dabei ging es nicht nur um die letzten zwei Spiele, sondern auch allgemein um das Erlebnis Weltmeisterschaften, im Guten wie auch im Schlechten. Dabei kam heraus, dass viele die Mannschaft selbst als positivsten Punkt des ganzen Turniers herausstrichen.

Hoffentlich genügt diese Erkenntnis um im letzten Spiel noch einen Sieg gegen die Norweger davon zu tragen. Diese sind ihren Ergebnissen nach ähnlich stark einzuschätzen wie die Schweizer.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Schweizer Lacrosse im Rampenlicht

Heute stand das Spiel gegen Italien auf dem Stadium Pitch auf dem Programm. Dieser Gegner war den Scouting-Berichten zu Folge ein schlagbarer, da eigentlich nur die amerikanischen Spieler wirklich für Gefahr sorgen konnten. Das Spiel war um 10.30 angesetzt und die Anzahl der Zuschauer entsprach der relativ frühen morgentlichen Stunde.

Die Schweizer waren allerdings bereit und spielten mit Zuversicht. Im ersten Quarter sahen die Italiener den Ball kaum in ihren Sticks und schon nach relativ kurzer Zeit führten die Schweizer mit zwei Toren. Kurz vor der Pause jedoch gelang es den Italiener den Anschlusstreffer zu erzielen. Im zweiten Quarter konnten die Schweizer die vorgelegte Pace noch halten und konnten entsprechend mit einem Vorsprung in die Halbzeitpause gehen. Solange in der Schweizer Defensive sauber gearbeitet wurde, war es nur den herausragenden amerikanischen Spielern möglich mit Schüssen von Aussen Tore zu erzielen.

Im dritten Quarter gelang den Schweizer kein einziges Tor. Hinzu kam, dass sie häufig in Unterzahl spielen mussten, da dumme Strafen kassiert wurden. Im letzten Quarter wurde das Spiel nochmals richtig eng und die Schweizer gaben schliesslich ihre Führung auf. 5 Minuten vor Schluss gelang den Italienern noch der Führungstreffer. Von da an machten die Schweizer enorm viel Druck auf das Italienische Tor und kamen wiederholt zu Chancen, welche aber leider nie zu einem Tor führten. 2 Minuten vor Schluss gab es sogar einen Pfostenschuss der Schweizer. Schliesslich wurde das Spiel abgepfiffen und die Schweiz verlor trotz guter Leistung 6:7 gegen sein südliches Nachbarland Italien. Die Tore für die Schweiz schossen Luke Bame (1), Tobias Burger (2) und Ian Schoch (2) (ein Tor wird noch nachgeliefert...).

Auf Grund einer relative komischen Konstellation wird die Schweiz morgen früh (9.30) wieder gegen Hong Kong spielen. Wenn morgen die selbe Leistung wie gegen Italien abgerufen werden kann, sollte dieser Gegner durchaus zu schlagen sein. In der Zwischenzeit können sich die Spieler über die lustigen Bemerkungen des Kommentators erfreuen, welcher alle Spiele auf dem Stadium Pitch begleitet. Insbesondere die Schweizer Namen bereiten dem angelsächsischen Ansager einige Mühe, weshalb er teilweise gezwungen ist diese auf ein sehr kreative Weise zu interpretieren.

Dienstag, 20. Juli 2010

Sieg gegen Hong Kong in der Zwischenrunde

Als Folge der gestrigen Niederlage traff die Schweiz heute auf Hong Kong, einem anderen Verlierer. Das Spiel war um 12.30 auf einem der Rasenfelder angesetzt, was es den Spielern erlaubte ein wenig auszuschlafen. Im Scouting-Bericht wurde vor allem vor den Spielern 20 und 10 gewarnt, denn vom ganzen Rest der Mannschaft ginge keine allzu grosse Gefahr aus.

Die Nationalhyme wurde vor dem Anpfiff mit Inbrunst gesungen, teilweise sogar einstimmig. Das übertrug sich den auch ins Spiel, denn heute waren die Schweizer Lacrosser von Anfang an bereit und traten geschlossen als Einheit auf. Schon nach fünf Minuten konnten sich drei verschiedene Schweizer in die Scorerliste eintragen lassen. Danach liessen die Schweizer etwas nach und kassierten Strafen und in der Folge auch Tore. Dieses kleine Zwischentief konnte aber mit weiteren drei Toren überwunden werden und zur Halbzeit betrug das Resultat 7:4 für die Schweiz.

Im dritten Quarter kamen kaum Schüsse auf das Schweizer Tor. Den Spielern aus der Schweiz gelangen hingegen einige Tore, sodass es am Ende des Quarters 11:4 stand. Im letzten Quarter haben sich die Spieler mit der Kreuz auf der Brust wieder ein wenig gehen lassen, was zu einem finalen Ergebnis von 11:7 führte. 5 der 7 Gegentreffer stammten vom Harvard Spieler mit der Nummer 20 und dem Sheffield Spieler mit der Nummer 10. Bei den Schweizer konnten die folgenden Spieler punkten: Tobias Burger (1), Dominik Kaiser (1), Rafael Buchli (2), Emanuel Moser (2), Ian Schoch (2) und Luke Bame (3).

Das Leben schreibt manchmal die aussergewöhnlichsten Geschichten und davon sind auch Lacrossespieler nicht gefeit. Ein Beispiel dafür ist der kanadische Torhüter Chris Sanderson, welcher vor bald zwei Jahren die Diagnose eines tödlichen Gehirntumors erhielt. Die Ärtzte gaben dem Athleten und zweifachen Vater noch 9-12 Monate. Glücklicherweise kann er sich zu den 1% der Menschen mit dieser Krankheit zählen, welche länger als ein Jahr überleben. Die Weltmeisterschaften gaben ihm Kraft und ein Ziel worauf er hin arbeiten konnte. Zur Zeit spielt er als erster Torhüter für Kanada und war ein starker Rückhalt im bisher engsten Spiel gegen die Amerikaner. Wir wünschen ihm weiterhin alles Gute.


Nicht so viel Glück hatte Nicholas Calleluori. Dieser Lacrossespieler spielte für die Hoftra Universität und wurde mit 20 Jahren mit der Diagnose Leukämie konfrontiert. Nach 14 Monaten Kampf, während denen alle möglichen Therapiemethoden genutzt wurden, verstarb Nicholas. Noch vor seinem Tod war er aber in der Lage die HEADstrong foundation zu gründen. Diese Stiftung sammelt Geld um die Leukämieforschung zu unterstützen, sowie auch Leidende zu begleiten. An den Weltmeisterschaften wurde allen Spieler ein paar Schuhbändel mit dem Namen der Stiftung ausgeteilt, damit alle während den Spielen ein Zeichen gegen den Krebs setzen konnten.

Morgen spielt die Schweizer Lacrosse Nationalmannschaft auf dem Stadium Pitch gegen Italien. Es wird sich zeigen, ob es den Schweizern gelingt die Attack (Spieler aus Hobart und Virginia) in den Griff zu bekommen und den starken Torhüter (Virginia) genügend häufig zu überwinden.

Montag, 19. Juli 2010

Erster Tiefschlag in der Zwischenrunde

Nachdem sich die Schweizer Lacrosse Nationalmannschaft gestern noch für das mittlere Bracket der Zwischentrunde qualifiziert hatte, musste sie heute gegen Neuseeland antreten. Das Spiel wurde erst um die Mittagszeit angepfiffen, weshalb die Schweizer die mittlerweile gewohnte Vorbereitung (Frühstück, Scouting-Bericht, Mittagessen, Matchvorbereitung) durchlaufen konnten. Vor dem Anpfiff wurde das traditionelle Maori Haka präsentiert.

Die erste Halbzeit des Spiels verlief nicht gerade zu Gunsten der Schweizer. Der Crease-Spieler der Neuseeländer stand viel zu häufig offen und konnte häufig von dieser Nachlässigkeit profitieren. In der Offensive gelang den Schweizern wenig bis gar nichts. Einziger Lichtblick waren die Clears, welche in den letzten Tagen häufig besprochen und besonders heute ausgezeichnet funktionierten. Das Pausenresultat betrug 2:7

Im dritten Drittel hatten die Schweizer Spieler ihr Defensivkonzept gut an das Spiel der Neuseeländer angepasst. Als Folge konnten die Gegner in dieser Zeit kein einziges Tor schiessen. Den Schweizern gelang aber leider auch kein Tor trotz mehrerer Überzahlsituationen. Erst im letzten Quarter konnten die Schweizer noch ein Tor schiessen, was aber die weiteren vier Tore der Neuseeländer auf keinster Weise zu kompensieren vermochte. Zum Schluss betrug das Resultat 3:11 für die Neuseeländer. Die Tore für die Schweiz schossen Emanuel Moser (1), Dominik Kaiser (1) und Daniel Hagnauer (1).

Auf Grund dieser Niederlage wird die Schweizer Nationalmannschaft morgen auf die Mannschaft aus Hong Kong treffen, welche ebenfalls ihr erstes Zwischenrundenspiel verloren hat. Um nicht in das untere Bracket abzurutschen muss morgen ein Sieg her.

Sonntag, 18. Juli 2010

Zweite Niederlage

Heute haben sich die Schweizer gegen die starken Iren gemessen. Da das Spiel erst am Nachmittag angesetzt war, konnten die Spieler auch erst um 8.30 frühstücken. Danach stand eine leichte Trainingssession auf dem Programm. Nach dem Mittagessen hatten die Schweizer Vertreter noch ziemlich viel Zeit um sich individuell auf das Spiel vorzubereiten. Um 14.30 war Anpfiff und schon nach kurzer Zeit wurde den Schweizern klar, weshalb die Iren angefragt wurden gegen England als Iroquois-Ersatz das Eröffnungsspiel zu spielen. Ihrer Offensive gelang es den Ball schnell und akkurat laufen zu lassen, und im richtigen Moment die Schwachstellen der Schweizer Abwehr auszunutzen. Hinzu kam die irische Dominanz bei den Face-Offs, und das anfänglich Unvermögen der Schweizer ihren Clear sauber durchzuführen. Den Schweizern gelang es zwar noch während einer Überzahlsituation ein Tor zu schiessen, aber die erste Halbzeit ging mit 1:11 klar an die Iren.

In der zweiten Halbzeit konnten sich die Jungs aus der Schweiz ein wenig fangen. Sie spielten mit mehr Leidenschaft, zeigten mehr Laufbereitschaft und mehr Kampfgeist. Vor dem Tor wurde immer häufiger konsequent verteidigt und im Angriff führte das übereifrige Pressing der Iren zwei Mal zu einer Torchance, welche erfolgreich genutzt wurden. Als Folge was das Resultat der zweiten Hälfte 2:5 für die Iren, was summiert ein Endergebnis von 3:16 für die Iren ergibt. Die Tore für die Schweiz schossen Michael Plüss (1), Rafael Buchli (1) und Ian Schoch (1). Obwohl die Schweizer in der ersten Halbzeit nicht ihr bestes Lacrosse zeigten und sich sogar teilweise ungewohnte Fehler leisteten, können sie doch zufrieden sein mit der Leistungssteigerung der zweiten Halbzeit.


Ich habe gestern vergessen zu erwähnen, dass das Lacrosse Festival (17.-22.7.2010) seinen Anfang genommen hat. Darin nehmen Klub- oder Spassmannschaften aus der ganzen Welt, vornehmlich aber aus den USA, Kanada und Grossbritannien, teil. Das diesjährige Turnier ist also nicht nur das grösste Lacrosse-Event aller Zeiten wegen der noch nie dagewesenen Anzahl an Nationalmannschaften, sondern auch weil daneben noch Schülerturniere, Junioren-, Männer- und Frauenturniere stattfinden. Das ist nicht nur ein Gimik um die Ränge im Stadion zu füllen. Es demonstriert die Gemeinschaft, welche Lacrossespieler auf der ganzen Welt bilden und das dieses Turnier allen gehört. Daher das offizielle Motto des Turniers: Be a part of it.

Aufgrund der bisher gezeigten Leistungen in der Gruppenphase hat es die Schweizer Nationalmannschaft als eine der besseren Gruppen-Drittplatzierten in das mittlere Bracket der Zwischenphase geschafft, wo sie morgen um 11.30 auf das Team aus Neuseeland treffen wird. Diejenigen welche sich gewünscht haben einmal live ein Hakamitzuerleben haben wohl Glück gehabt!

Samstag, 17. Juli 2010

Der erste Sieg


Das zweite Schweizer Spiel war später angesetzt als das erste. Face-off war um 12.oo, weshalb erst um 9.00 gefrühstückt wurde. Wieder bekundeten die Schweizer Spieler überhaupt keine Mühe sich für das Spiel heiss zu machen, und es klappte sogar dies in einen aggressiven Start umzumünzen. Das Schweizer Team geriet im Verlauf des Spiels nie in Rückstand, führte aber meistens nur mit zwei oder drei Toren, was im Lacrosse kein grosses Polster ist. Mit guter Laufarbeit und einer soliden Mannschaftsleistung sowohl in der Offensive, wie auch in der Defensive, gelang es den historisch wichtigen ersten Sieg an einer Weltmeisterschaft zu erringen. Zum Schluss stand auf der Anzeigetafel: Schweiz 10, Südkorea 6. Die Tore für die Schweiz schossen Rafael Buchli (1), Dominik Kaiser (1), Emanuel Moser (1), Luke Bame (1), Michael Hebing (2), Oliver Kannape (2) und Ian Schoch (2). Es war der Mannschaft eine Freude Michael Haller dieses Geschenk zu seinem Geburtstag zu machen.


Leider hatte auch an diesem Tag der Kameramann seinen Job nicht gemacht. Anstatt wie beim letzten Spiel nur eine DVD mit einem halben Spiel abzuliefern, hatte es der Kameramann dieses Mal versäumt überhaupt das Spiel aufzunehmen. Entsprechend gab es für die Spieler nach dem Mittagessen auch kein Filmstudium und sie konnten sich getrost anderen Tätigkeiten zuwenden.

Deren gibt es aber zum Glück genug an einer Weltmeisterschaft. Der wohl beliebteste Zeitvertriebt ist das Betrachten von Blue Division Spielen. Heute standen zum Beispiel England vs. Australien und USA vs. Kanada an. Besonders die zweite Paarung vermochte die Ränge des Stadions beinahe zu füllen, denn bis jetzt hatte noch fast jedes Finale an einer Lacrosse Weltmeisterschaft USA gegen Kanada geheissen. Das Spiel war spektakulär und bis zum Schluss eng. Am Ende konnten jedoch die Titelverteidiger aus Kanada das bessere Ende für sich behalten und gewannen mit 10:9. Rückblickend auf die letzte Weltmeisterschat war die Ausgangslage genau umgekehrt. Damals gelang es den USA das Gruppenspiel mit einem Tor unterschied zu gewinnen. Ob man daraus eine Vorhersage für das Finale ziehen kann ist fraglich. Was aber sicher zu sein scheint, ist, dass beide Mannschaften etwa ähnlich stark sind deshalb alles noch offen ist. Mal schauen welche Mannschaft die richtigen Schlüsse aus diesem Spiel zieht.



Freitag, 16. Juli 2010

Erster Rückschlag

Die Schweiz hat heute ihr erstes Gruppenspiel um 8.30 gegen die Slowakei gespielt. Obwohl alle vor dem Spiel heiss waren, hat sich diese Energie nicht ganz ins Spiel übertragen lassen. Besondere Mühe bereitete der Schweizer Offense der 3-time All-American Torhüter (Havalchak) der Slowaken. Dieser war in der Lage auch Schüsse aus den aussichtsreichsten Positionen zu stoppen. Das ist wohl auch der Grund wieso er in der ersten Runde für die MLL gedraftet wurde. Defensiv haben die Schweizer gleichzeitig zu viele einfache Tore zugelassen. Unnötige Ballverluste sorgten auch dafür das die Slowaken gefährlich viel Ballbesitz hatten. Das Endresultat von 4:10 widerspiegelt nicht unbedingt die tatsächlichen Kräfteverhältnisse, denn ein paar Schweizer Tore mehr hätten durchaus drin gelegen. Die Tore für die Schweizer schossen Tobias Burger (1), Luke Bame (1) und Ian Schoch (2).


Schon am Nachmittag stand das Videostudium des Spiels statt. Leider fiel während der Hälfte des Spiels die Kamera aus, was dazu führte, dass die ersten Tore der Schweizer an einer Lacrosse Weltmeisterschaft nicht auf Film gebannt worden sind. Dennoch bot der Film genügend Sequenzen, welche bei den Spielern für Gelächter oder Kopfschütteln sorgten. Danach wurde erst einmal gegessen, um gestärkt bei anderen Spielen, wie USA vs. Japan, die Ränge des Stadions füllen zu können.

Es ist immer wieder erstaunlich wie nahe sich die Athleten der verschiedensten Nationen während einer solchen Weltmeisterschaft kommen können. Mit Sicherheit hat jeder Schweizer Spieler schon jetzt einige unvergessliche Geschichten auf lager. Nur als Beispiel: Ich habe meinen Ersatzstock neu gestringt, als gerade Geoff Snider vom team Canada vorbei kam und mir anbot meine Stick für mich zu richten. Ich kann nur sagen, jetzt wirft der Stick 1A.

Leider ist auch noch die Geschichte mit den Iroquois hängig. In einem Mail hat heute Ron Balls, ein Offizieller des Englischen Lacrosse Verbandes, erklärt, dass auf Grund der ungewissen Situation der Iroquois die Deutschen nun offiziell in der Blauen Division eingeteilt sind und den Platz mit den Iroquios tauschen. D.h. die Haudenosaunee Vertreter sind nun in der Plum Division eingeteilt und habe heute schon wieder forfait verloren, dieses Mal gegen die Spanier.


Hier kann man den kurzen Bericht von Inside Lacrosse über die Schweizer Nationalmannschaft lesen, sowie alle anderen Nationen in der Orange Division. Auf dieser Seite kann man die Statistiken der Schweizer mitverfolgen.


Morgen steht das Spiel gegen die eher kleingewachsenen, aber dafür umso flinkeren, Südkoreaner an. Ersten Scoutingberichten zu folge, haben die Koreaner einer sehr starken FOGO (face-off, get off) sowie einen Midfielder der bei Cornell DI gespielt hat. Obwohl für die Schweizer das gesteckte Ziel durchaus noch drin liegt, werden die nächsten Spiele nicht einfacher.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Panta Rhei

Es ist getan. Die Spiele sind formell eröffnet. Am heutigen Tag fand die Eröffnungszeremonie mit dem Einmarsch aller teilnehmenden Nationen statt. Leider waren aber von den Iroquois nur sechs Vertreter anwesend. Die Iroquois Affäre hat zu einigen Änderungen im Spielplan geführt, denn schon für das Eröffnungsspiel waren sie nicht anwesend. Als Ersatz wurde zunächst ein Exibitionsspiel der Deutschen gegen die Engländer angekündigt. Später hiess es sogar die Deutschen hätten den Platz der Irokesen in der Blauen Division eingenommen, und das Spiel sei gleichsam das erste Gruppenspiel. Inside Lacrosse zitiert AP News mit der Nachricht, dass die Irokesen gar nicht teilnehmen werden. Das ist natürlich äusserst bedauerlich, da sich alle Anwesenden auf eine Teilnahme der Irokesen gefreut hatten.


Noch vor der Eröffnungszeremonie konnten die Schweizer ein gemeinsames Training mit den Deutschen absolvieren. Es wurde der Fokus auf einzelne Elemente des Spiels gelegt (Rides, Clears, Man UP, Man Down, Spielzüge,etc.), anstatt gleich ein Scrimmage zu spielen. Die Schweizer zeigten eine sehr gute Trainingsleistung und konnten teilweise mit den überlegenen Deutschen gut mithalten.

Ich werde diesen Blog sehr kurz halten, denn morgen um 6:00 steht das Frühstück auf dem Terminplan und schon um 8:30 wird die Schweizer Nationalmannschaft ein ganz entscheidendes erstes Spiel gegen die Slowakei bestreiten. Es ist der nominell schwächste Gegner in der Gruppe und ein gutes Abschneiden hängt von einem Sieg in diesem Spiel ab.

Hopp Schwiiz!

Mittwoch, 14. Juli 2010

Aller guten Dinge sind drei?

Zunächst möchte ich auf die Aktivitäten der Schweizer Lacrosser eingehen, bevor ich zwei der gestern angesprochenen Themen wieder aufnehme.

Da morgen schon das Turnier offiziell anfängt haben heute schon einige Sitzungen der Organisatoren mit den Coaches, der FIL Delegierten mit dem Verbandsvorstand und der Mannschaftsvertreter mit dem Bürgermeister der Stadt Manchester stattgefunden. Einerseits mussten wichtige technische und logistische Details geklärt oder kommuniziert werde, und andererseits musste aber auch das angemessene Zeremoniell berücksichtigt werden.


Parallel dazu haben die Schweizer ihr obligates morgendliches Training absolviert, um anschliessend nach dem Mittagessen wieder Theorie zu büffeln. Damit sollte die Mannschaft gerüstet sein um gegen die Dänen in einem Freundschaftsspiel, welches am Nachmittag durchgeführt werden sollte, zu bestehen. Leider erlaubten sich die Schweizer trotz guter Trainingsleistungen im Spiel zu viele Fehler in der Offensive, was zu einer schwachen Torausbeute und schliesslich zur Niederlage führte. Coach Kee Joe Song bleibt dennoch optimistisch, denn er meint alle gemachten Fehler seien einfach zu korrigieren. Das abendliche Filmstudium des Spieles wurde zu Gunsten des Freundschaftsspieles Deutschland vs. Australien auf das Programm für morgen verschoben.

Nun noch kurz eine Bemerkung zu den Iroquois. Scheinbar hat zwar die amerikanische Regierung den Spielern mittels einer einmaligen Verfügung erlaubt mit ihren Haudenosaunee Pässen wieder einzureisen, aber die englischen Behörden haben so lange mit den Visen zugewartet, dass der angestrebte Flug um 4 Uhr verpasst wurde. Es muss also ein neuerlicher Versuch gestartet werden und die Frage ob das Eröffnungsspiel verschoben werden muss oder forfait verloren gehen wird, bleibt noch zu beantworten. (Artikel)

Weshalb ist wurde Manchester als Austragungsort gewählt? Das Lacrosse-Feuer wurde schon 1875 in Stockport, nahe Manchester, von einem Kanadischen Funken entzündet. Damals hat der Montreal Club auf dem Feld des Old Trafford Cricket Ground gegen die Caughnawaga Indianer ein Exhibitionsspiel gespielt. Seitdem ist Manchester das Zentrum des Englischen Lacrosses. Es gibt allein in der Stadt 20 Clubs, doppelt so viele wie zur Zeit in der ganzen Schweiz. Ausserdem wurden schon 1978 und 1994 Lacrosse Weltmeisterschaften ausgetragen. Bis jetzt haben immer die Amerikaner den Titel geholt, ausser 1978 in Manchester und 2006 in London, Ontario als sie gegen die Kanadier verloren. Dieses Jahr sind die Kanadier also nicht nur Titelverteidiger, sondern sie treten an einem Ort an, wo sie die US-boys schon mal geschlagen haben. Vorausgesetzt das Finale heisst überhaupt USA vs. Canada...

(Ein Lacrossespiel in Manchester um 1938)

Dienstag, 13. Juli 2010

Ein politisches Statement

Mittlerweile ist es Dienstagabend und nur noch zwei Tage trennen uns vom Eröffnungsspiel England vs. Iroquois Nation, es spielt also der Gastgeber der Weltmeisterschaften gegen den "Erfinder" des Spiels. Die Schweizer Nationalmannschaft hat auch heute zwei Trainingseinheiten absolviert. Am Morgen wurden vor allem die Spielzüge der Offensive der neuen Zonen-Verteidigung der Defense gegenübergestellt. Am Nachmittag galt der Fokus einigen Wechselvarianten, sowie der individuellen Sicherheit am Stock. Mit jedem Training sind weitere Fortschritte erkennbar, sowohl im Spielerischen wie auch beim Mannschaftsgeist.


In der Zwischenzeit sind auch schon fast alle Mannschaften in Manchester angekommen. Aber gerade die Eingangs erwähnten Iroquois Nationals haben für viel Gesprächsstoff gesorgt. Seit den 70er Jahren reisen die nordamerikanischen Ureinwohner mit Pässen der Haudenosaunee ("das Volk der Langhäuser") Konföderation an alle grossen internationalen Turniere. Mittlerweile haben sich aber die gesetzlichen Bestimmungen so verändert, dass diese Pässe weder von den britischen noch von den US-amerikanischen Behörden akzeptiert werden, was die Ausreise der Nationalmannschaft bis heute verunmöglicht hat. Während also die Mannschaft in New York festsitzt und auf dem Gelände des Wagner College trainiert, fragen sich die Organisatoren der Weltmeisterschaften, ob das Eröffnungsspiel überhaupt wie geplant durchgeführt werden kann. Einer der Spieler sagt sogar aus lieber gar nicht zu spielen, als mit seinem amerikanischen Pass nach England zu reisen. CBS News hat dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Diejenigen Lacrosse-Interessierten, welche die Spiele auf dem Stadium Pitch live betrachten wollen, können sich hier einen Pass lösen um die Videos per Stream oder später auch als Download zu beziehen. Leider werden vor allem die Spiele der Blauen Division übertragen, was heisst, das die Spiele der Schweizer Nationalmannschaft nicht zu sehen sein werden. Im morgigen Eintrag soll unter anderem beleuchtet werden weshalb gerade Manchester eine naheliegende Wahl als Austragungsort war.

Montag, 12. Juli 2010

Ankunft und erstes Freundschaftsspiel

Sonntag, 11. Juli


Während einzelne Spieler schon am Samstag nach Manchester gereist waren, sind die meisten erst am Sonntag geflogen. Nach einem etwas holprigen Flug und einer kurzen Taxifahrt wurde der Fallowfield Campus erreicht, wonach die Spieler in Einzelzimmer im Tower einquartiert wurden. Im Gegensatz zu einem anderen berühmten Tower in England, bietet der Owen Tower recht komfortable Zimmer mit einer schönen Aussicht (ohne Gitterstäbe) und ist die offizielle Herberge der Nationalmannschaften während dem Turnier. Die Schweizer Mannschaft hält die Stockwerke 14 und 15 besetzt. Vom Turm aus braucht man kaum zwei Minuten zu Fuss um zur nächsten Kantine zu gelangen und nur einige wenige Minuten mehr um zu den Spiel- und Trainingsfeldern zu gelangen.


Am Sonntagnachmittag stand denn auch das erste Training auf Platz 1 an. Dabei wurde neben den grundlegenden Stockfertigkeiten ein besonderes Augenmerk auf das Transitionspiel gelegt, d.h. dem Wechsel von der Verteidigung in den Angriff, bzw. das Überbrücken des Mittelfeldes. Danach wurde das Überzahlspiel eingeübt, um das Training schliesslich mit den einstudierten Spielzügen abzuschliessen. Die Aktivitäten der Mannschaft wurden vom Team Liason Officer der Schweizer Mannschaft, Dick Anderton, überwacht. Dieser stellt das Verbindungsglied zwischen der Nationalmannschaft und der Turnierorganisation dar und ist selber Vater eines Spielers der Englischen Nationalmannschaft.

Der Sonntagabend stand natürlich ganz im Zeichen des Fussballs, denn das WM Finale zwischen Holland und Spanien stand auf dem Programm. Um sich diese andere Ballsportart zu Gemüte zu führen, fanden sich die Spieler im Queen of Hearts ein, einem Pub wenige hundert Meter vom Campus entfernt.


Montag, 12. Juli


Die erste Trainingseinheit am Montag begann um 8.15 und diente in erster Linien zum Aufwärmen und als Vorbereitung für das um 9.00 angesetzte Freundschaftsspiel zwischen der Schweizer Mannschaft und der Polnischen Nationalmannschaft. Im darauf folgenden Spiel starteten die Schweizer noch etwas gehemmt, insbesondere, da sie Mühe bekundeten die starken polnischen Offensivspieler mit "Nordamerikanischer Spielerfahrung" in Schach zu halten. In den zwei letzten Quarters gelang der Schweizer Mannschaft aber eine merkliche Steigerung der Leistung, was schliesslich zu einer äusserts knappen Niederlage führte. Trotz dieser Niederlage hat die Mannschaft auch viel gewonnen und kann weiter auf der gezeigten Leistung aufbauen.

Nach dem Mittagessen fanden sich die Spieler in eines der Gemeinschaftsräume ein um Theorie zu büffeln. Die Probleme im Spiel gegen Polen wurden analysiert und Spielzüge nochmals durchgegangen, wobei auch einzelne neue Plays eingeführt wurden. Um diese taktischen Mittel zu festigen, fand eine weitere, leichte Trainingssession während zweier Stunden in einem nahe gelegenen Park statt.

Nach dem gemeinsamen Nachtessen konnten die Spieler frei verfügen. Während sich einzelne dazu entschlossen die Stadt Manchester unsicher zu machen, hat sich ein grosser Teil der Spieler im Stadion eingefunden um das Freundschaftsspiel zwischen Schottland und Australien, eines der Teams aus der blauen Division, zu begutachten. Australien trat erwartungsgemäss dominant auf und die anwesenden Schweizer konnten bald erkennen weshalb Lacrosse teilweise als schnellste Sportart auf zwei Beinen bezeichnet wird.

Freitag, 9. Juli 2010

Wir fahren zur WM...


Der offizielle Count Down zur Lacrosse Weltmeisterschaft auf dem Gelände der Universität Manchester zeigt nur noch einen Tag an und die Vorbereitungen der Schweizer Nationalmannschaft für ihren ersten Auftritt bei einer Weltmeisterschaft neigen sich dem Ende. Zum ersten Mal auch wird das Turnier in einer solchen Grössenordnung ausgetragen, denn es haben sich 30 Nationen angemeldet.

Nach der Gruppeneinteilung findet sich die Schweiz in der Orangen Division wieder, wo sie auf Widersacher aus Irland, Südkorea und der Slowakei treffen wird. Nach der Eröffnungszeremonie und den Eröffnungsspielen am 15. Juli werden in den darauf folgenden 5 Tagen die Gruppenspiele ausgetragen. Das Schweizer Programm sieht für den Moment wie folgt aus:

16. Juli, 08.30 Slowakei vs. Schweiz
17. Juli, 12.00 Schweiz vs. Südkorea
18. Juli, 14.30 Schweiz vs. Irland

Es folgen neuerliche Gruppeneinteilungen, welche sich nach den Leistungen in der ersten, Round Robin genannten Phase (15.-20. Juli) richten, und weitere Positionierungsspiele(21./22. Juli), bis die Schweiz schliesslich am 23. Juli um ihren endgültigen Platz in der Rangliste kämpfen darf. (Siehe: Championship Schedule)

Danach gilt es zunächst einmal sich zurückzulehnen um das Finale am 24. Juli im Stadion der Universität zu geniessen um später an der Abschlussfeier einen hoffentlich grossartigen Event mit allen Spielern und Begleitern zu zelebrieren.

Nutzen Sie diesen Blog um während dem Turnier ständig über das Geschehen informiert zu bleiben und die dazugehörigen Bilder (möglicherweise auch Videos...) zu betrachten.