Am letzten Tag des Turniers standen noch drei Begegnungen auf dem Program: England vs. Deutschland (um den 5. Platz), Australien vs. Japan (um den 3. Platz) und die altbekannte Finalpaarung USA vs. Canada.
Das Spiel England vs. Deutschland war die Paarung des Eröffnungsspiels, welches von den Engländern 12:3 gewonnen werden konnte. Die Deutschen hatten sich im Verlaufe des Turniers, trotz teilweise hoher Niederlagen (nur ein Sieg gegen die Niederlande (14:1)), offensichtlich gesteigert und lieferten einen guten Kampf. Das Endergebnis betrugt 14:9 für die Engländer.
Die zweite Begegnung des Tages versprach zwar viel, es stellte sich aber heraus, dass Australien vs. Japan kein Ersatz für Australien vs. Iroquois Nationals war. Die technisch zwar starken, aber körperlich ganz offensichtlich unterlegenen Japaner vermochten das Spiel zu keinem Zeitpunkt eng zu gestalten. Nach einer knappen halben Stunde stand es 6:0 und kurz vor der Halbzeit sogar 9:1. Die Japaner vermochten sich zu steigern, vielleicht gingen es die Australier aber auch nicht mehr voll an, denn von der 60. Minute an konnten die Spieler aus dem Land der aufgehenden Sonne schon fast dominieren. Dies reichte jedoch höchstens für eine Ergebnisverschönerung. Am Ende gewannen die Australier verdient 16:9 und sicherten sich damit die Bronzemedallie.
Das Finale zwischen Kanada und den USA versprach ein Kracher zu werden. Schon in der Gruppenphase hatte diese Paarung das Stadion gefüllt. Das Gruppenspiel hatten die Titelverteidiger aus Kanada noch knapp für sich entscheiden können (10:9). Die Erfahrung zeigt aber, dass diese Mannschaften sich häufig zu ebenbürtig sind und eine Prognose unmöglich ist.

Das Spiel verlief wie erwartet auf extrem hohen Niveau. Der amerikanische Torhüter zeigte einige aussergewöhnliche Saves, welche in Kombination mit den Toren von Superstar Paul Rabil für eine Führung in der ersten Halbzeit reichten (5:8). Das dritte Quarter gehörte aber den Kanadiern um John Grant Junior, Chris Sanderson und Kevin Huntley, welchem sogar der Ausgleich zum Quarterende (8:8) gelang.
Es war also wieder alles offen für das letzte Quarter. In diesem Quarter kam aber auch die Stunde des bisher eher enttäuschenden Ned Crotty, welcher nicht nur die Zwischenzeitliche Führung der Kanadier wettmachte, sondern wenige Minuten später die Amerikaner wieder in Front brachte (10:11). Diese Führung sollten die Amerikaner nicht mehr hergeben und als die Kanadier am Ende noch ihren Torhüter herausnahmen, um mehr Druck auf die ballführenden Amerikaner ausüben zu können, konnte Mike Leveille zum entscheidenden 10:12 einlochen.

Alles in Allem war das Finale so spannend wie erhofft. Einzig das nicht ganz gefüllte Stadion trübte den Finaltag ein wenig. Nach dem Finale wurden noch einige Awards verteilt, und das All-World Team bekannt gegeben. Bemerkenswert ist hier vorallem, dass Chris Sanderson, der kanadische Torhüter zum dritten Mal in Folge zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde. Der MVP-Award ging an den Amerikaner Paul Rabil. Den Spirit of Lacrosse Award für die Schweiz gewann Ian Schoch. Diese Auszeichnung würdigt das aussergewöhnliche Engagement Einzelner für Lacrosse in ihrem jeweiligen Land.

Nach dem Finale fand ein weiteres Lacrosse-spezifisches Zeremoniel seinen Höhepunkt. Obwohl schon in den Tagen zuvor Material getauscht wurde, wollten nun alle ihre Nationalmannschaftskleidung gegen möglichst coole Ware aus anderen Ländern tauschen. Das führte dazu, das zuerst auf dem Turniergelände und später vor den Wohnungen der Amerikaner und Kanadier wahre Tauschbörsen entstanden. Schon während dem Turnier fallen gewisse Kleidungsstücke schnell auf und erhalten einen hohen Tauschwert. Ein solches Stück war die Schweizer Trainerjacke, dessen Angebot zusätzlich dadurch verknappt wurde, dass nur wenige Schweizer bereit waren sie überhaupt herzugeben. Diejenigen die es taten konnten sich sicher sein ebenfalls an rare und begehrte Stücke zu gelangen.
Am Abend fand noch eine informelle Party im Squirrels auf dem Gelände der Universität statt, welche aber für die meisten nur zum Aufwärmen genutzt wurde. Das wahre Fest fand im Tiger Tiger statt. Die Feierlichkeiten dauerten für den Einzelnen unterschiedlich lange, denn einige mussten schon am Morgen früh abreisen. Andere konnten bis zur Schliessung des Klubs durchfeiern.

