Dienstag, 27. Juli 2010

Brillianter Shutout

Das letzte Spiel der Schweizer war geprägt von vielen Strafen und von der unglaublichen Leistung des Schweizer Torhüters Jonas Bertsch. Diesem gelangen 15 Saves, was 100% der Schüsse auf sein Tor entspricht. Mit einem solchen Rückhalt konnten es sich die Schweizer erlauben in der ersten Halbzeit nur ein Tor, und in der zweiten nur zwei zu schiessen. Dabei verzeichneten die Turnierstatistiker nur 4 Schweizer Schüsse, welche auch aufs Tor gingen. Das heisst ein Schuss pro Quarter, oder aber eine Auswertung von 75%. Erwähnenswert ist wohl das im ganzen Turnier einzige von den Schiedsrichtern aberkannte Tor. Dazu später mehr.


In der ersten Halbzeit gibt es wenig Erwähnenswertes. Ausser, dass die Schweizer schon nach 3 Minuten in Unterzahl spielen mussten und gegen Ende des ersten Quarters zwei Mal eine doppelte Überzahl der Norweger zu überstehen wussten. Die hohe Anzahl an Strafminuten ist nicht zwingend als Zeichen eines umkämpften und harten Spiels zu lesen. Das Spiel war nicht härter als die anderen Begegnungen. Entsprechend kommt nur die Arbeitsweise der Schiedsrichter als Begründung in Frage. Tatsächlich scheinen die Unparteiischen das Spiel wie ein Juniorenspiel gepfiffen zu haben. Möglicherweise hatten sie sich abgesprochen und wollten in dieser späten Phase des Turniers jegliche unnötigen Unfälle vermeiden. Ach ja, Luke Bame gelang es doch noch ein Tor knapp vor dem Ende der ersten Halbzeit zu schiessen.

Die zweite Halbzeit schien anfangs noch anders zu verlaufen, als Ian Schoch schon kurz nach Wiederanpfiff das zweite Tor der Schweizer markieren konnte. Leider blieb die Begegnung genau so harzig wie in der ersten Halbzeit und es wurden weiterhin fleissig Strafminuten gesammelt. Eine Strafe es besonders erwähnenswert, weil sie durch ein Tor ausgelöst wurde. Patrick Schär gelang nach 65 Minuten im letzten Spiel sein erstes Tor, wonach der Norwegische Coach einen Stick Check verlangte. Obwohl die Materialüberprüfung von der Schweizer Bank aus nicht sehr professionell wirkte, waren sich die Schiedsrichter nach einigem Gefuchtel und Gewende sicher, dass der Stock des Torschützen nicht regelkonform sein konnte. Es resultierten eine Ergebniskorrektur (Tor aberkannt) und eine lange persönliche Strafe (3 Minuten). Zum Schluss bemühten sich die Schweizer den Ball einfach noch zu halten und ein allfälliges Gegentor zu verhindern, was einzelne Norweger offenbar derart frustrierte, dass einer sogar nach Spielschluss (80. Minute) eine Strafe für unnötige Härte kassierte.

Nach dem Spiel wussten die Schweizer den Sieg und sich selber ausgiebig zu feiern. Dominik Kaiser wurde noch von Inside Lacrosse interviewt. Am Abend trafen sich die Mannschaft und Fans zu einem Essen im Old Orleans in Zentrum von Manchester, welches dank der finanziellen Übersicht von Niklas Kukat zur Gänze aus der Mannschaftskasse bezahlt werden konnte. Danach wurde der Klub Pure besucht, wobei bei den Sicherheitskontrollen beim Eingang nur der Körperscanner fehlte um die Ausrüstung einer Flughafensicherheitskontrolle zu kompletieren. Im Wissen, dass am nächsten Tag nur noch die letzten Positionierungsspiele (insbesondere aber grosses und kleines Finale) anstanden, feierten die Schweizer bis zum Morgengrauen.




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